Auf Einladung der Wählergemeinschaft Bürger für Saalfeld fand am Mittwoch ein gut besuchter Stammtisch in den Bayerischen Bierstuben statt. Als Gast begrüßte Stadtrat Oliver Grau den Landrat Marco Wolfram und legte den klaren Fokus gleich zu Beginn auf inhaltliche Themen. Hierzu präsentierte er rund 20 vorbereitete Themenkarten, die im Verlauf der Veranstaltung durch weitere Beiträge aus dem Publikum ergänzt wurden.
Ein zentraler Diskussionspunkt war der anhaltende Bevölkerungsrückgang und dessen „dramatische Folgen für den Landkreis“, wie Grau betonte. Er fragte nach bestehenden Strategien, etwa in Form einer Task Force, und regte an, die Präsenz des Landkreises verstärkt auf Universitäten und Messen außerhalb der Region auszuweiten und für Zuwanderung zu werben. Landrat Wolfram bestätigte, dass man das Thema auf dem Schirm habe und man die Anregungen aufnehmen möchte.
Weitere Themen betrafen steigende Müllgebühren sowie die Diskussion um eine mögliche Verbeamtung der Geschäftsführerin des ZASO. Dabei wurde auch die Frage nach zukünftigen Pensionskosten aufgeworfen. Der Landrat stellte klar, dass hierzu noch keine endgültige Entscheidung getroffen sei. Zugleich räumte er ein, dass nicht alle Verbandsräte umfassend informiert gewesen seien, weshalb die Entscheidung vertagt wurde. Verbandsrat Andreas Gloth-Pfaff gab ergänzend Einblicke in die Arbeit des Gremiums und schilderte die Herausforderung, die Interessen der beteiligten Landkreise und ihrer Bürger in Einklang zu bringen.
Zur Einführung der Bezahlkarte für Asylsuchende erläuterte der Landrat, dass diese im Landkreis mittlerweile funktioniere. Die Sparkasse habe zudem frühzeitig bei der Einrichtung von Girokonten zur bargeldlosen Abwicklung unterstützt.
Auch der Tourismus wurde thematisiert. Insbesondere für die Stauseeregion wünschten sich die Anwesenden stärkere gemeinsame Initiativen. Da Fördermittel für den Radverkehr ja gerade „in aller Munde sind“, brachte Oliver Grau den Vorschlag ein, den Radweg von der Staumauer zur Lothramühle zu bauen sowie eine Verbindung entlang der Hohen Straße bis zur Linkenmühle zu schaffen. Unvollständige Abschnitte – wie etwa von der Staumauer in Richtung Bucha – seien aus seiner Sicht hinderlich für eine nachhaltige Entwicklung.
Insgesamt war es ein sehr informativer Abend, der von den Beteiligten als sehr konstruktiv wahrgenommen wurde. Die Diskussionen dauerten deutlich länger als ursprünglich geplant, was das große Interesse an den Zukunftsfragen des Landkreises unterstreicht. Die Veranstaltung zeigte, dass auch kritische Themen in einer sachlichen und offenen Atmosphäre diskutiert werden können.
Zu den weiteren Gästen zählten Saalfelds Bürgermeister Dr. Steffen Kania, der Rudolstädter Beigeordnete Mirko Schreiber, Kaulsdorfs Bürgermeisterin Kerstin Barczus sowie der ehemalige Bürgermeister von Bad Blankenburg, Mike George. Ebenfalls anwesend waren die Kreistagsmitglieder Andreas Gloth-Pfaff und Charlotte Strunk sowie die Rudolstädter Stadträtin Tina Reise.